Gedenkveranstaltung der Gemeinde Poing für die Opfer des Todeszuges

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Am 27. April 2011 fand anlässlich des 66. Jahrestag des „Massakers von Poing“ eine Feierstunde statt. Organisiert von der Gemeinde eröffnete Bürgermeister Albert Hingerl die Veranstaltung am Gedenkstein in der Bahnhofstraße.  

 

 

 

 "Wir können die Vergangenheit nicht ändern, doch wir können für die Zukunft daraus lernen, dass Vergleichbares nie wieder geschieht" ist der Kern seiner Botschaft. Die Gemeinde konnte neben dem Münchner Maler und Schriftsteller Max Mannheimer heuer Stephen Robert Nasser und Leslie Schwartz , die eigens aus den USA angereist waren sowie den Poinger Lolek Wynreb begrüßen, Menschen, die damals als Häftlinge im Todeszug waren und nur knapp mit dem Leben davonkamen. 

 

Mit dem im Jahre 2010 eingeweihte Denkmal schloss Poing nach jahrelanger Debatte im Gemeinderat einen weißen Fleck der Ortschronik. Trotz des schlechten Wetters und der nur kurzfristigen Ankündigung waren auch 2011 viele Poinger Bürger erschienen. Das lässt hoffen, dass das Gedenken am 27. April einen festen Platz im Gemeindeleben Poings haben wird. 

Vertreter der DKP Ebersberg legten wie bereits im Vorjahr ein Blumengesteck am Denkmal nieder. 

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Das Massaker von Poing

Im  April 1945 wurde die KZ-Außenstelle Mühldorf aufgelöst, etwa 3.600  Häftlinge wurden mit der  Bahn Richtung München/Dachau transportiert. Am Morgen des 27. April 1945 blieb der Todeszug in Poing wegen technischer Probleme liegen. Als sich am Nachmittag unter der Wachmannschaft das Gerücht verbreitete, der Krieg sei zu Ende, begannen sie die Wagentüren zu öffnen. Die entkräfteten KZ-Häftlinge verließen den Zug und versuchten die Flucht. Doch ein Luftwaffenleutnant alarmierte eine in der Nähe befindliche SS-Einheit; Soldaten und Zivilisten trieben mit äußerster Brutalität die Häftlinge zurück. Nur eine Stunde dauerte der Ausbruch. Dabei kamen 50 Menschen ums Leben, 200 wurden verletzt. Doch 250 Häftlingen gelang die Flucht. Sie erhielten Lebensmittel, Kleidung, Geld von der Bevölkerung, einige wurden von mutigen Bauern  versteckt.

 
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