DKP Allgäu - Aktuelles

1.Mai im Allgäu

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am kommenden Sonntag stehen unsere 1. Mai-Feiern im ganzen Bezirk an. Traditionell ein wichtiger Tag, an dem wir Gewerkschaftsmitglieder uns auch öffentlich darstellen können und durch gute Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen auch Stärke zeigen.

Hier ein Kurzüberblick (die einzelnen Einladungen sind beigefügt) über die Termine – bei vielen Veranstaltungen gibt es ein tolles Rahmenprogramm:

  • Bayern - Bezirk Allgäu mit den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen 30.04.2016, 19:00 Uhr ver.di Kempten, Hirnbeinstr. 3, 87435 Kempten

Grill & Chill in den 1. Mai der Gewerkschaftsjugend

Liebe ver.di Mitglieder unter 28 und Aktive, in diesem Jahr haben wir uns was neues Überlegt und laden euch am 30.04.2016 um 19 Uhr ins ver.di Haus in Kempten zum Grill & Chill ein ... >>> mehr

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1500 Menschen weisen „Allgida“ in Obergünzburg in die Schranken

29.2.2016 - Am 20. Februar 2016 marschierten unangemeldet 150 Mitglieder der rechten Szene und Asylgegner in Obergünzburg auf. Fackeln, Balkenkreuzfahnen in Schwarz-Rot-Gold und der Hitlergruß gehörten zu ihrem Repertoire. Die Parolen waren „Wir sind das Volk“, „Merkel muß weg“, „es gibt kein Recht auf Volksverrat“ und „AfD“. Nun war allerdings in den neuen Medien durchaus zu ersehen, dass sich etwas zusammenbraut. Nur „weil sich die Hinweise nicht verdichteten“, gaben sich Polizei und Bürgermeister äußerst überrascht und es dauerte seine Zeit, bis letztlich ein Dutzend Polizisten vor Ort waren.

Etwa 50 Demokraten und aufmerksame Bürger, sowie Mobilisierte vom „Antirassistischen Jugendaktionsbüro“ in Kempten nahmen die Hinweise im Internet ernst und hielten den Rechten Transparente entgegen mit „Gegen Nazis und ihre Umtriebe“ und „Rassismus aus den Köpfen - Nazis von der Straße jagen“.

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Machtvolle Kundgebung gegen Brandanschlag auf Flüchtlingsheim in Kaufbeuren

14.2.2016 - Erst Ende Dezember 2015 ereignete sich im 20 km entfernten Marktoberdorf ein Brandanschlag auf ein noch nicht bezogenes Asylbewerberheim. Zum Glück ging das Feuer schnell aus und führte zu keinen allzu großen Schäden. Am 7. Januar fanden sich dort mindestens 400 Menschen zu einem Friedensmarsch ein, mit dem gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass protestiert wurde. Einige Tage später wurden nachts in Marktoberdorf an Geschäftshäuser, Rathaus, Landratsamt, Banken und die örtliche Redaktion der „Allgäuer Zeitung" Hetzplakate geklebt, die mit „Lügenpresse" und erfundenen Vergewaltigungen Hass schüren sollten.

Am frühen Sonntagmorgen, dem 7. Februar, wurde nun das gerade für 300.000,00 Euro renovierte und als Asylbewerberunterkunft vorgesehene ehemalige Vereins- und Stadtteilheim der „Neugablonzer Initiative" in Kaufbeuren-Neugablonz in Brand gesetzt. Der Dachstuhl brannte ab. Sachschaden von mehreren 100.000,00 Euro. Die städtischen Verantwortlichen und vor allem die Helfer und Unterstützer der bislang 646 Flüchtlinge in der 44.000-Einwohnerstadt zeigten sich erschüttert.

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Mein Leben mit Flüchtlingen und „Displaced Persons“

Mein Leben mit Flüchtlingen und „Displaced Persons“

Kurt Wirth

31.1.2016 - Bei meiner Geburt 1944 war mein Vater „im Felde" und dann in Gefangenschaft. Mit meiner Mutter wohnte ich bei deren Eltern in einer Kemptener „Herberge" (eine Form von Eigentumswohnung), dabei war auch noch die Schwester meiner Mutter. Die bekam unverhofft 1946 einen Sohn von einem freigelassenen russischen Zwangsarbeiter (Displaced Person Nr.1) Der zog sang- und klanglos weiter in die USA. Ebenfalls 1946 kam mein Vater aus US-Gefangenschaft zurück und es wurde doch arg eng in der „Herberge". Vor allem, als auch nach 9 Monaten im Frühjahr 1947 meine Schwester zur Welt kam. Im Rahmen der damaligen „Wohnungszwangsbewirtschaftung" wurde dann meinem Vater vorgeschlagen, dass er die Wohnung meines Großvaters, die Herberge, übernehmen könne und dieser da raus müsse, da er in der SA war und mein Vater, der von 1933-1935 im KZ Dachau und somit politisch Verfolgter war, die Wohnung haben könne. Mein Vater lehnte dankend ab und einige Zeit später bekamen wir eine Wohnung zugewiesen, 4 Zimmer, 1 Küche und eine Toillette (Bad gabs damals sowieso nur sehr selten). Diese bezog unsere 4-köpfige Familie zusammen mit einer 8-köpfigen Familie, die gerade aus dem Sudetenland eingetroffen war. (Displaced Persons Nr.2). Morgens herrschte da starker Andrang vor der Toillette. Für uns Kinder allseits eine herrliche Zeit. Sozusagen den Kindergarten in der Wohnung. Man hatte immer Spielkameraden und jemand zum Streiten. Und vor allem konnte man, wenn man ein trauriges Gesicht machte, mit etwas Glück zweimal essen. In jeder Familie einmal. 1947 kam auch noch der älteste Sohn der Flüchtlingsfamilie, aus der Gefangenschaft zurückkehrend, hinzu. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals zu irgendwelchen Streitigkeiten in dieser Wohngemeinschaft gekommen wäre. Der Ernährer der Flüchtlingsfamilie, sozialdemokratisch gesinnt, und mein Vater, Kommunist, gingen jeden Tag malochen und waren sich beide bewusst, wie es dazu gekommen war.

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