DKP Allgäu - Aktuelles

100.000 Überstunden: Betriebsrat verklagt Klinikum Kempten/Oberallgäu

13.5.2015 - Haben sich die Kommunalverbände im Ostallgäu und im angrenzenden württembergischen Allgäu in den letzten zwei Jahren durch rigide Klinik-Schliessungen vordergründig ein paar finanzieller Probleme entledigt (siehe frühere Artikel auf dieser Seite), so brodelt es inzwischen im Klinikverbund Kempten/Oberallgäu um so mehr. Die kreisfreie Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu betreiben die Kliniken Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf.

Durch verschiedene Änderungen in der organisatorischen Struktur zwischen Stadt Kempten und Landkreis Oberallgäu, durch relativ raschen Austausch von Geschäftsführern, durch Outsourcen von Küche und Reinigungsdienst in selbständige Unternehmen mit Sitz in Sonthofen (da gab es dann in 2014 heftige Tarifauseinandersetzungen um die Löhne und Gehälter) versuchte man mit allen Mitteln das oberste gesundheitspolitische Ziel fast aller Kommunen in Deutschland zu erreichen: nämlich Defizite zu verringern bzw. zu vermeiden. „Ausbaden muss es der Patient" titelt die „Allgäuer Zeitung" dieser Tage. Anfang 2014 gab es eine Welle von Klagen und Leserbriefen über die schlechte Qualität des Essens im Kemptener Klinikum und dass es meist zu kalt angeliefert würde, in der Folge des Outsourcens. Mehr Personal statt Abbau forderte ver.di ebenfalls in 2014. Es gab auch eine geringfügige Erhöhung des Mitarbeiterstands, jedoch stieg die Zahl der zu behandelnden Patienten ungleich mehr. Sogar der Kemptener Stadtrat einschließlich des Oberbürgermeisters klagte in 2014 über die chronische Unterfinanzierung der kommunalen Kliniken im Allgemeinen.

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Wanderausstellung: Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland

26.3.2015 - Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer
rechter Gewalt in Deutschland. Viele wurden getötet, weil für sie im
Weltbild der extremen Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut
hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die
Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen - vergessen sind
die meisten. Diese Opfer verdienen es jedoch, dass man sich an sie
erinnert. Dazu gehört sowohl eine kritische Auseinandersetzung mit den
gesamtgesellschaftlichen Ursachen, die diese Taten erst ermöglichten als
auch ein Nachdenken über die eigene Verantwortung.

Dies ist genau der Anspruch, den die Wanderausstellung in vier Städten
im Allgäu zu erfüllen versucht, da der Tod von Peter Siebert in
Memmingen 2008 und Konstantin M. in Kaufbeuren 2013 durch
rechtsmotivierte Gewalt hier im Allgäu - quasi »direkt vor der Haustür«
- geschah.

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Schöne Bescherung: Fendt-Traktoren kündigt 570 Beschäftigten

Sie haben die Folgen der Krise alleine zu tragen

Rechtzeitig vor Weihnachten haben 570 Beschäftigte von AGCO-Fendt in Marktoberdorf im Allgäu und Asbach-Bäumenheim bei Donauwörth ihre Kündigung zum 1.Januar 2015 erhalten. Der zum US-amerikanischen AGCO-Landmaschinenkonzern gehörende Traktorenbauer hat derzeit etwa 3200 Beschäftigte in Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu und 1000 in Asbach-Bäumenheim im bayerischen Kreis Donau-Ries. Von diesen sollen nun 450 Leiharbeiter, die aber großenteils schon jahrelang im Betrieb arbeiten, und 120 Festangestellte gehen. Der Kahlschlag soll sich über alle Unternehmensbereiche einschl. Verwaltung erstrecken.

Fendt verzeichnete 2013 als das Rekordjahr seiner Geschichte: Fast 18.000 Traktoren (22% mehr als im Vorjahr) wurden verkauft (bei 97 Beschäftigten weniger als im Vorjahr). Seit der letzten Konjunkturdelle im Jahr 2009 zog die Produktion kontinuierlich an. Noch im Juli 2014 war bei einer Präsentation auf Schloß Neuschwanstein die Rede von 20.000 Traktoren in 2014. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch nach Brasilien und den übrigen amerikanischen Kontinent exportiert werde. Etwa 14.800 Traktoren sind es nun in 2014 geworden.

In Frankreich, dem größten europäischen Absatzmarkt für Fendt, brach der Umsatz um 25% ein. Die Folgen der vor allem von Deutschland von der EU geforderten Sparpolitik? Hinzu kommen laut Peter-Josef Paffen, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, die Sanktionen gegen Russland (es wird immer deutlicher, dass sich EU und Deutschland damit ins eigene Fleisch geschnitten hat, Anm.K.W.), sowie geringere Erlöse bei Getreide und Milch. Dies führe zu sinkender Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft. So die Fendt-Geschäftsführung. Und wenn ein Bauer schon mal so einen Super-Traktor von Fendt im Stall stehen hat, kauft er ja im nächsten Jahr nicht schon wieder einen neuen.

Die regionale Presse konnte den „Leuchtturm der Allgäuer Wirtschaft" und größten Arbeitgeber in der Region in den letzten Jahren gar nicht genug hochjubeln: "Bei Fendt geht es weiter bergauf", „Mit Volldampf voraus:Agco-Fendt will sich international etablieren", „Produktion bei Fendt läuft rund". Das DLG-Imagebarometer kürte Fendt zum „Imageführer in Deutschland" im Bereich Markttechnik, zwei Goldmedaillen auf der Landtechnik-Messe in Posen, die für den zentral- und osteuropäischen Markt führend ist: eine für den Hybridmähdrescher 9490X und eine weitere für den Traktor Fendt 800 Vario. Der ist inzwischen schon wieder überholt von dem stärksten Standardschlepper der Welt: dem 1050 Vario mit 500 PS, 6 Zylindern, 12,4 l Hubraum. Er steht im Ruf eines „German Meisterwerk". Tag der offenen Tür und Show-Events machen Fendt und seine Produkte bekannt, jedes Kind kennt die Spielzeugtraktoren.

Ebenfalls war im Juli noch davon die Rede, dass in 2014 74 Mio Euro investiert werden sollen und die 400 Fendt-Ingenieure auch mit materiellen Anreizen zu Höchstleistungen motiviert werden sollen, um die Produktion auf 20.000 Traktoren in diesem Jahr zu bringen.. Doch jetzt ist die Rede von einem „vernünftigen Sozialplan", einer Transfergesellschaft, finanziert von der Arbeitsagentur (also der Allgemeinheit) und Fendt. Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und Versetzungen innerhalb des Unternehmens, auch zwischen Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim sollen einiges abfedern. Auch ein „Sabbatjahr" wird angeboten: die Beschäftigten sollen für ein Jahr gehen und sollen sich in der Zeit z.B. weiterqualifizieren und werden nach einem Jahr huldvoll wieder aufgenommen, sofern dann eine Stelle frei ist!!!

Der AGCO-Fendt Konzern ist jedoch noch weit entfernt von der Verlustzone oder auch von einer „schwarzen Null". Die Krise trifft ausschließlich die Beschäftigten.

Text: KW

Neue Stolpersteine im Allgäu

Neue Stolpersteine im Allgäu

3.7.14: Am 30.6.14 und 1.7.14 wurden von der Stolpersteininitiative Kempten und Umgebung erneut Stolpersteine verlegt. Auf dem Kemptener Friedensplatz (wo es bereits ein Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus und einen Gedenkstein an die Deportation der jüdischen Mitbürger gibt) wurden zwei Stolpersteine für die polnischen Zwangsarbeiter Josef Chalupka und Boleslav Baran eingelassen.

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